Reisetipps für Nachahmer und Neugierige

So, vielleicht möchte ja der ein oder die andere mal den Jakobsweg oder einfach nur die Gegend besuchen. Deshalb gibt es jetzt an dieser Stelle ein paar Tipps und Informationen zu den Orten, an den wir verweilt haben. Als Quelle habe ich Wikipedia bemüht, aber auch HaPe Kerkeling, beschreibt in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ sehr anschaulich die Gegend, durch die er gewandert ist.

Saint-Jean-Pied-de-Port ist eine französische Stadt mit 1490 Einwohnern, direkt an der Grenze zu Spanien. Hier beginnen die Pilger den Jakobsweg. Der heutige Name der Stadt (Heiliger Johann am Fuße des Passes) ist abgeleitet aus der Lage am Beginn der Passtraße nach Roncesvalles.

Die Altstadt beiderseits des Flusses Nive ist von einer Stadtmauer umgeben. Innerhalb der Mauern ist die Straße der Zitadelle von Häusern gesäumt, deren älteste aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die Häuser und Mauern sind aus rosa bzw. grauem Sandstein gebaut.

Unser Weg führte uns über den Pass nach Roncesvalles. 

Roncesvalles liegt in den Pyrenäen am südlichen Fuß des Ibaneta Passes am Fluss Urrobi.  Der Ort ist eine wichtige Pilgerstation. Drei der vier wichtigsten Pilgerwege nach Santiago de Compostela gehen hier gebündelt über die Pyrenäen.

Der Ort mit dem alten Augustinerkloster von 1132 stellte einen wichtigen Haltepunkt auf dem Jakobsweg dar und hat diese Funktion mit der Revitalisierung des Weges wiedererlangt.

Wir fahren auf der 3. Etappe nach Zizur Mayor, da Pamplona so eine riesige Stadt ist, dass wir auf die Durchfahrt verzichtet haben.

Zizur Mayor liegt 5 km südwestlich von Pamplona und besteht aus drei Stadtteilen: Zizur Mayor (Altstadt),  Privat Zizur (Stadtzentrum) und die Urbanisierun Ardoy . Es gibt zwei Kirchen im Ort.

Von hier ging es weiter nach Ayegui,  zwei Kilometer von der Stadt Estella entfernt.  Hierher sind wir ausgewichen, weil in Estalla ein Radrennen stattfand und der Ort abgeriegelt war. Ayequi liegt am  Fuß des 1.048 Meter hohen Berges Montejurra, von dem man einen prächtigen Rundblick über die Gegend hat.

Aus dem Mittelalter stammt das Kloster Santa Maria la Real de Irache, 400 Meter südwestlich vom Ortszentrum. Es ist ein ehemaliges Benedektiner-Kloster und liegt am Camino Frances des  Jakobsweges,  im Mittelalter eine wichtige Pilgerherberge.  Es gibt viele Weingüter in der Gegend. Die Geschichte der Weinkellerei verläuft parallel zum gleichnamigen Kloster, in dem einst das erste Pilgerhospital des Jakobswegs eingerichtet wurde.

Auch an Logrono sind wir vorbeigefahren. Es ist viel reizvoller die kleinen Orte zu besuchen. Wir landeten in dem berühmten Weinanbaugebiet, in der autonomen Region La Rioja in einem kleine Ort namens Navarette. Hier gibt es viele Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten z. B. die Pfarrkirche Iglesia de la Asunción de María (Mariä Himmelfahrt), die Ermita Santa María del Buen Suceso mit einem Fassadenrelief, das die Jakobspilger darstellt, die Ruinen des mittelalterlichen Hospitals San Juan de Acre, gestiftet von Doña María Ramirez und das Castillo. Der Gipfel des Tedeón-Hügels wird nach der einst dort befindlichen Burg genannt, von der keine Reste blieben. Heute befindet sich dort ein Aussichtspunkt.

Die 5. Etappe brachte uns nach Santo Domingo de la Calzada. Hier wollen wir erst einmal eine Tag Pause einlegen. Am nächsten Tag haben wir uns den Dompaltz angeschaucht und konnte die Kathedrale auch von innen anschauen. Im Inneren der Kathedrale gibt es einen Käfig, in dem ein Hahn sitzt. Die Legende sagt, wenn man die Kathedrale betritt und der Hahn kräht, schafft man es bis Santiago de Compostella. Nun ganz ehrlich? Das ist schon nicht sehr artgerecht, zwei weiße Hähne sitzen hinter Glas unter der Decke. Okay, gehört aber zum Jakobsweg.

Frisch gestärkt geht es weiter auf dem Jakobsweg nach Burgos. Burgos ist die Hauptstadt der Provinz Burgos der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Seit dem Mittelalter ist Burgos ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum im Norden Spaniens. Im zwanzigsten Jahrhundert gab es eine starke Industrialisierung, besonders mit der Schaffung von großen Industriegebieten in den 70er Jahren. Heute ist Burgos eine vorwiegend industrielle Stadt, aber der wachsende Dienstleistungsbereich hat Belegung und Entwicklung erhöht. Wir haben aber unser Quartier 11 km vor Burgos ausgesucht. Wir bleiben heute abend in Castrillo del Val.

Von dort aus sind wir weiter nach Fromista geradelt. Über einen Tafeberg mit einem steilen Aufstieg ging es nach ein paar Meter genauso steil wieder hinunter. Die Strecke hatte es wirklich in sich. Fromista ist ein kleine Ort mit einem schönen Hotel, in dem eine alte Damen das „Zepter“ schwingt.

Der Name Fromista kommt von Frumentum, dem lateinischen Namen von Weizen. Hier ist ein riesiges Weizenanbaugebiet.

Weiter ging es nach Sahagun. Sahagún ist eine Stadt am Jakobsweg in der Provinz León. Früher hatte der Ort ein gewaltiges Kloster, es war ein bedeutender Ort für die Pilger und viele Nationalitätten ließen sich dort nieder. Von dem Kloster ist nur eine Ruine übrig geblieben, aber es lohnt sich die hervorragende Beispiele der mudejaren Ziegelarchitektur im Ort zu besichtigen. Einer der Gründe für diese Häufung ist der Mangel an Naturstein in der Region. Das geringe Gewicht der Ziegel ermöglichte hohe Vierungstürme, im ganzen Ort lassen sich  sehr gut weitere Charakteristika mudejarer Baukunst beobachten wie runde, spitze oder hufeisenförmige Blendbögen, Türme mit mehreren dekorativen Fensterzonen, Ziegelmuster (Rauten etc.) und im Innenbereich Artesonato genannte Kassettendecken und ornamentierte Fliesen (Azulejo).

Im Ort gibt es 3 Kirchen: Iglesia San Tirso aus dem 12. Jahrhundert,  die Kirche San Lorenzo aus dem 13. Jahrhundert und die Klosterkirche der Virgen Peregrina, sie wurde 1257 gebaut. Im Chor wird in einer Kugelgewölbedecke die Römische Umarmung abgebildet, die die Brüderlichkeit zwischen Franziskanern und Benediktinern symbolisiert.

Wir haben Sahagun verlassen und begeben uns auf den Weg nach Leon.

Leon ist bekannt für seine gotische Kathedrale und andere Gebäude wie die Basilika San Isidoro . Leon war eine wichtige Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. In den Vororten ließen sich ab dem 13. Jahrhundert  Händler und Kunsthandwerker nieder. Im frühen Mittelalter kam die Stadt durch den Viehhandel zu Wohlstand. Heute ist Leon eine Unicersitätsstadt mit rund 12000 Studenten.

Leon hat eine wunderbare Altstadt mit Teilen der mittelalterlichen Stadtmauer. Die Stadt ist bekannt für seine Feierlichkeiten und Prozessionen zu Ostern. Einer der schönsten ist die sogenannte „Prozession des Treffens“, bei der sich drei Gruppen, die Johannes, Maria und Christus darstellen, vor der Kathedrale treffen.

Unser Weg führt uns weiter nach Astorga. Die Stadt liegt im nordwestlichen Zentral-Spanien und ist der Bischofssitz des Bistums Astorga, eine der größten Diözesen Spaniens.

Historisch gesehen entwickelte sich Astorga am Schnittpunkt wichtiger Verkehrsweg, deren wichtigste als Jakobsweg/Camino Frances (Ost-West) und Via de la Plata (Nord-Süd) bekannt sind.

In Astorga existiert eine lange Tradion der Süßwarenherstellung . Die Stadt ist berühmt für Schokolade (in vielen Variationen hergestellt), für Hojaldres (ein Blätterteiggebäck) und Mantecados (einem feinen Butterschmalzgebäck). Interessant ist auch das Schokoladenmuseum. Hojaldres und Mantecados bekommt man überall in der Stadt zu kaufen.

Weiter ging es am nächsten Tag nach Ponferrada.  Die Stadt hat über 68000 Einwohner und entsprechend viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier. Da wäre die Burg von Ponferrade, das Eisenbahnmuseum, das Radiomuseum, der römische Brunnen und viele Kirchen aus verschiedenen Epochen.

Auf dem Weg nach Trabadelo fuhren wir durch kleine Dörfer, eines davon war Pereje. Das Dorf konnte teilweise sein mittelalterliches Erscheinungsbild bewahren. Erwähnenswert sind die Pfarrkirche Santa María Magdalena, ein altes Pilgerhospiz und das ehemalige Gefängnis. Die lange Tradition des Ortes mit der Jakobuswallfahrt wird heute mit einer Pilgerherberge fortgesetzt.

Trabadelo selbst ist klein und beschaulich. Es liegt in 560 Metern Höhe am Fluss Valcarce in der Sierra de Ancares. In der Saison werden hier viele Privatquartiere vermietet. Im April sind die Einwohner noch unter sich.

Trabadelo liegt hinter uns und wir fahren weiter nach Samos. Wir sind längst in Galicien und es ist nicht mehr weit nach Santiago de Compestella.

Samos‘ Geschichte ist aufs engste mit dem Kloster verbunden, weil der Ort um das Kloster San Xulián y Basilisa de Samos entstand.  Der Klosterkomplex ist im Renaissance- und Barockstil erbaut.  Es ist eines der berühmtesten und größten Klöster der westlichen Welt.  Gleichzeitig ist das Kloster eine Pilgerherberge.

In der klostereigenen Schnapsbrennerei  wird ein  besonderer Weinbrand hergestellt. 1951 brannten allerdings große Teile des Klosters ab, als beim Schnapsbrennen ein Tank voll Alkohol Feuer fing. 

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist  die Erlöser- oder Zypressenkapelle aus dem 9.-10. Jh.. Es handelt sich um,  ursprünglich auf dem ummauerten Gelände des Klosters gelegene, mozarabische Kapelle im Schatten ein fast tausendjährigen Zypresse.

Wir haben Station in Palas de Rei gemacht, unsere letzte Station vor Santiago de Compostella. Der Ort hat ca. 3600 Einwohner. Im Ort steht die Kirche San Tirso.

Santiago de Compostela ist erreicht.

Unsere letzte Etappe führt uns in die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galicien. Die Stadt ist katholischer Erzbischofsitz und Wallfahrtsort, Ziel des Jakobswegs sowie Standort der Universität Santiago de Compostela und wichtiger pharmazeutischer Industrie.

Santiago wurde um 830 zum Wallfahrtsort ernannt, als man die in einem Grab gefundenen Gebeine dem Apostel Jakobus zuschrieb. In der eindrucksvollen Kathedrale schmückt ein vergoldeter Baldachin den Altar. Ein ständiger Pilgerstrom bildet Schlangen, eine große Sitzfigur des heiligen Jakobus wird als Zeichen der Ehrerbietung umarmt und geküsst.

Santiago de Compostela gehörte neben Rom und Jerusalem zu den bedeutendsten Pilgerzielen des christlichen Mittelalters. Sehenswert ist die Kathedrale von Santiago de Compostela mit ihren Reliquien. Die Fassade der Kathedrale ist auch auf den Spanischen Cent-Münzen (0,01 € bis 0,05 €) abgebildet.

Nahe der Kathedrale findet sich das Hospital de los Reyes Católicos, das seit 1509 als königliches Hospiz zur Aufnahme von Reisenden diente, die nach Santiago kamen, und heute eines der bekanntesten und luxuriösesten Parador-Hotels ist. Das Hotel ist eines der ältesten der Welt. Es verfügt über vier Innenhöfe, elegante Räume und einen prächtigen Speisesaal.

Sehr sehenswert ist die gesamte, von der UNESCO geschützte Altstadt, die mit der Kathedrale und dem Jakobsweg als Weltkulturerbe ausgewiesen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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